Die Keller

Der Zehentkeller der Propstei St. Gerold – Blons Nr. 11

Um 1732 waren nach urkundlicher Überlieferung in der Herrschaft St. Gerold vier Wirte: Hans Weltin, Gerold Müller, Mathäus Burtscher und Antony Vonblon.

Die Propstei St. Gerold führte in Blons Nr. 11 einen sogenannten Zehentkeller. Bekanntlich hatten die Wirte jeden elften Pfenning der Getränkeeinnahmen (Wein) als Zehentsteuer der Herrschaft abzuliefern. Die Wirte innerhalb von St. Gerold waren verpflichtet, nur herrschaftseigenen Wein auszuschenken. Zu diesem Zwecke wurde an das Haus Nr. 11 ein separater Weinkeller angebaut, der vom eigentlichen Wohnhaus abgesperrt war. Allerdings konnten die Fässer nur über den hauseigenen Keller in den Zehentkeller gebracht werden. Die breite Doppeltür wurde innen durch einen Querschuber abgesichert und vom Weinkeller aus abgesperrt. In den Zehentkeller, dessen Gewölbe über das Erdniveau reicht (ca. 4 m hoch), führt eine schmale Treppe. Hier konnte reichlich Wein gelagert werden.

Das Haus Nr. 11 ist außerdem der Geburtsort des geadelten kaiserlichen Staatsrates und Kabinettsreferenten Martin von Lorenz. Unter seiner Verantwortung wurde 1774 von Kaiserin Maria Theresia die Schulpflicht in Österreich eingeführt

Die Bickel’sche Wirtsbehausung – Blons Nr. 10

Bereits im 18. Jahrhundert wurde im Haus Blons 10 eine Gastwirtschaft betrieben, genannt die „Zapfenwirtschaft“.

Das Haus hat eine wechselhafte Geschichte, wechselte oft den Besitzer, welche daneben Landwirtschaft und Frächterei zum Lebensunterhalt betrieben. Folgende Begebenheit ist dokumentiert:

Nach dem Schnitzzeddel 1853/60 hatte Jakob Bickel, neben seinem Grundbesitz, 100 fl für Wein und Branntwein und 130 fl für ein Pferd zu besteuern. Er war also, wie üblich, auch Frächter.

Mit der Eröffnung des Gasthauses Adler 1864/65 gab Bickel wohl seine Wirtschafterei auf. Bis in die 60er Jahre befand sich in diesem Gebäude die Gendarmerie – im Dachgeschoss war die Arrestzelle und die Post.

Gasthaus Krone – Blons Nr. 13

Bereits 1678 wurde das Haus als „Hof Grava, Wirtschaft und Pfisterei“, zur Herrschaft St. Gerold gehörend, erstmals erwähnt.

Es wechselte in seiner mehr als 300-jährigen Geschichte oft den Besitzer, die es für ihre Zwecke um- und Ausbauten. Mal war es Dorflädele, Bäckerei, Frächterei, Kegelbahn, Poststelle, aber immer wieder auch eine Gastwirtschaft. In der Besatzungszeit 1945 beschlagnahmten die Franzosen das Gasthaus und richteten dort Büro und Arrest ein. Am 31. Dezember 1980 hat Damian Nigsch die Konzession zurückgelegt.

300 und mehr Jahre gingen hier Einheimische und Gäste ein und aus, stillten Hunger und Durst, plauderten und spielten Karten, sangen und stritten, musizierten, tanzten und ruhten sich auf prallen Laubsäcken aus.

Heute ist das Haus in Privatbesitz, aufwändig renoviert und ein Schmuckstück der Gemeinde Blons.

Pfarrkeller Blons – Blons Nr. 16

Das Pfarrhaus wurde gemeinsam mit der Pfarrkirche Blons zwischen 1685 und 1689 erbaut.

Der Hügel, auf dem das Pfarrhaus steht, teilte 1954 die Montcalvlawine, sodass der Blonser Ortskern bei der Lawinenkatastrophe erhalten blieb. Unter Pfarrer Romuald Läber, der von 1956 bis 2003 in Blons wirkte, wurde der Pfarrkeller als Vorratskeller von der Pfarrköchin – dem „Babili“ – genützt.

Seit 2004 füllt die Weinrunde St. Gerold/Blons den Keller mit Wein.